TV-Tops 2018: Von „Babylon Berlin“ bis „Wer weiß denn sowas?“

    Deutsche Fernseh-Höhepunkte im Rückblick

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    TV-Tops 2018: Von "Babylon Berlin" bis "Wer weiß denn sowas?" – Deutsche Fernseh-Höhepunkte im Rückblick
    2018 – Die deutschen TV-Tops des Jahres

    Nach dem traditionellen Jahresrückblick wollen wir nun tiefer ins Detail gehen. Welche Sendungen haben uns in diesem Jahr gut gefallen und/oder haben gute Quoten erzielt? cikm2013.org präsentiert eine Auswahl nennenswerter Tops des deutschen TV-Jahres 2018. Maßgeblich sind Formate, die entweder aus Quotensicht erfolgreich waren oder durch Qualität überzeugen konnten.

    Im Serien-Bereich war die Free-TV-Premiere der aufwändigen ARD/Sky-Produktion „Babylon Berlin“ eines der größten Events des Jahres. Das Interesse war vor allem zum Start groß: 7,8 Millionen Zuschauer verfolgten die ersten drei Folgen linear im Fernsehen – im Schnitt waren bei den insgesamt 16 Folgen der ersten beiden Staffeln 4,92 Millionen Menschen dabei. Dass deutsche Serienmacher in der Lage sind, hochwertiges Quality-TV abzuliefern, bewiesen auch das ZDF und arte mit der Thriller-Koproduktion „Bad Banks“. Im Fernsehen lief die Ausnahmeproduktion mit einer komplexen Story über das Bankenwesen zwar nur mittelprächtig, doch in der Mediathek war sie ein Hit und stieß auf allgemein großes Lob.

    Als eines der wenigen Serien-Reboots war in Deutschland die Neuauflage von „MacGyver“ gefragt, während „Navy CIS“, „Criminal Minds“ und „Hawaii Five-0“ nur noch Mittelmaß im Sat.1-Programm sind. Den erfolgreichsten US-Serienstart seit langer Zeit konnte ProSieben mit „Young Sheldon“ verbuchen. Das „The Big Bang Theory“-Spin-Off holte für den Sender mehr als 25 Prozent Marktanteil beim jungen Publikum. Viele weitere Serien-Hits des Jahres in unserer ausführlichen Bilderstrecke:

    Die Serien-Tops des Jahres 2018
    Nach „Babylon Berlin“ schickte Sky mit dem Serienremake zum Filmklassiker „Das Boot“ sein nächstes aufwändiges Projekt an den Start – mit Erfolg: Laut Senderangaben erreichte „Das Boot“ in den ersten zwei Wochen insgesamt 1,13 Millionen Zuschauer im klassischen Fernsehen. Weitere 1,89 Millionen Abrufe kamen über die non-linearen Verbreitungswege zustande.
    Nachdem die aufwändige historische Romanverfilmung „Babylon Berlin“ vor einem Jahr im Pay-TV bei Sky gezeigt wurde, folgte im Herbst die Free-TV-Premiere im Ersten. Das Interesse war vor allem zum Start groß: 7,8 Millionen Zuschauer verfolgten die ersten drei Folgen linear im Fernsehen – im Schnitt waren bei den insgesamt 16 Folgen der ersten beiden Staffeln 4,92 Millionen Menschen dabei. In der ARD-Mediathek wurden zusätzlich mehr als zehn Millionen Video-Abrufe gezählt.
    Im Frühjahr strahlte ProSieben die erste Staffel der neuen Sci-Fi-Serie „The Orville“ von Seth MacFarlane aus. Die erste Folge holte überdurchschnittliche 11,5 Prozent Marktanteil in der Zielgruppe, im Schnitt lag die erste Staffel bei soliden 9,4 Prozent.
    Mit regelmäßig bis zu sieben Millionen Zuschauern ist „Der Bergdoktor“ mit Hans Sigl nach wie vor eine der erfolgreichsten deutschen Serien überhaupt und machte das ZDF Anfang des Jahres mit Traumquoten glücklich.
    RTL rief die Drama-Offensive aus und schickte eine Reihe neuer Serien an den Start. Am erfolgreichsten war „Sankt Maik“ mit Daniel Donskoy als Trickbetrüger, der in die Rolle eines Dorfpfarrers schlüpft. Mit Marktanteilen zwischen 10,9 und 13,6 Prozent in der Zielgruppe war die erste Staffel zwar kein Überflieger, aber auch weit von einem Flop entfernt.
    Der Pay-TV-Sender TNT Serie zeigte die zweite Staffel seiner Dramaserie „4 Blocks“ über einen in Berlin-Neukölln lebenden Familienclan, der sich dem organisieren Verbrechen verschrieben hat. Auch die neuen Folgen sind bei Kritikern auf äußerst positives Echo gestoßen. Laut Senderangaben hat die zweite Staffel mehr als 2,5 Millionen Zuschauer erreicht – davon mehr als 1,5 Millionen auf non-linearem Weg.
    Als eines der wenigen Serien-Reboots stieß die Neuauflage von „MacGyver“ in Deutschland auf Zuspruch. Die zweite Staffel der US-Serie wurde im Schnitt von insgesamt 1,73 Millionen Menschen in Sat.1 verfolgt. In der Zielgruppe musste sich Sat.1 allerdings mit mittelprächtigen 8,7 Prozent begnügen.
    Dass auch deutsche Serienmacher in der Lage sind, hochwertiges Quality-TV abzuliefern, bewiesen das ZDF und arte mit der Thriller-Koproduktion „Bad Banks“. Im Fernsehen lief die Ausnahmeproduktion mit einer komplexen Story über das Bankenwesen zwar nur mittelprächtig, doch in der Mediathek war sie ein Hit und stieß auf allgemein großes Lob.
    ZDFneo produzierte mit „Parfum“ eine freie Serienadaption zu Patrick Süskinds Kultroman. Die sechsteilige Crime-Serie verstand es, eine packende, komplexe Handlung in einer düsteren, mysteriösen Atmosphäre um die vielschichtigen Figuren zu spinnen.
    Prime Video brachte Anfang des Jahres die Comedyserie „Pastewka“ zurück, die zuvor bei Sat.1 beheimatet war. Die achte Staffel kam erwachsener, freizügiger und dramatischer daher – doch die meisten Fans waren angetan. Weniger als eine Woche nach der Veröffentlichung der neuen Folgen gab Prime Video grünes Licht für eine weitere Staffel.
    Zig Serien scheiterten auf ganzer Linie in diesem Jahr am Mittwochabend bei VOX, doch „The Good Doctor“ stellte eine Ausnahme dar. Die ersten beiden Folgen des US-Dramas sahen 2,35 bzw. 2,70 Millionen Menschen und holten zweistellige Marktanteile. Im Verlauf der Staffel sanken die Quoten naturgemäß, doch für VOX handelt es sich nach wie vor um einen Erfolg.
    Seit 20 Jahren ist „In aller Freundschaft“ ein verlässlicher Quotenbringer, der mit regelmäßig mehr als fünf Millionen Zuschauern zu den absoluten Spitzenreitern im deutschen Fernsehen zählt. Anlässlich des runden Jubiläums spendierte die ARD ein Special in Spielfilmlänge und schickte den neuen Ableger „In aller Freundschaft – Die Krankenschwestern“ an den Start.
    Seit Herbst 2015 warteten die Fans der preisgekrönten Serie „Weissensee“ auf neue Folgen. Im Mai wurde die vierte Staffel der historischen Ausnahmeserie als Event an drei aufeinanderfolgenden Tagen gezeigt. Angesichts des sommerlichen Wetters waren weniger Zuschauer dabei als früher, doch mit Reichweiten von bis zu 3,81 Millionen kann die ARD zufrieden sein.
    Mit Wehmut wird ProSieben auf das bevorstehende Ende von „The Big Bang Theory“ blicken, doch in diesem Jahr konnte sich der Sender auf den Selbstläufer noch verlassen – aus diesem Grund ist die US-Sitcom nach wie vor mit mehreren Folgen am Montagabend zu sehen. Von zweistelligen Marktanteilen zwischen 14 und 18 Prozent in der Zielgruppe kann der Sender bei anderen Serien zur träumen.
    Das „Big Bang Theory“-Spin-Off „Young Sheldon“ verhalf ProSieben Anfang des Jahres mit einer Gesamtreichweite von 3,53 Millionen Zuschauern zum besten Serienstart seit Ewigkeiten – laut ProSieben handelte es sich gar um den „besten Serienstart des Jahrtausends“. In der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen wurde ein traumhafter Marktanteil von 25,7 Prozent eingefahren. Die zweite Staffelhälfte im Herbst holte immer noch verlässlich Marktanteile zwischen 13 und 16 Prozent.
    Die US-Comedyserie „The Middle“ hat sich inzwischen im ProSieben-Programm etabliert. Zwar kann sie nicht mit den Werten von „The Big Bang Theory“ mithalten, doch im Rückenwind der Nerd-Sitcom durfte sich die Serie um Familie Heck mehrfach über zweistellige Zielgruppen-Marktanteile freuen.
    Im Oktober hat das ZDF die High-End-Crimeserie „Die Protokollantin“ ausgestrahlt. Die fünfteilige Miniserie mit Iris Berben und Moritz Bleibtreu in den Hauptrollen war fesselnd und startete vor 4,55 Millionen Zuschauern am späten Samstagabend.
    Am 15. August 2018 feierte „Alles was zählt“ seine 3000. Folge inklusive Traumhochzeit. Im Schnitt schalten täglich 2,19 Millionen Zuschauer die RTL-Daily-Soap ein. Laut Senderangaben erreichte die Serie zwischen Januar und Mai 2018 durchschnittlich 12,2 Prozent Marktanteil bei den 14- bis 59-Jährigen – die besten Quoten seit drei Jahren.
    Mit „Ku’damm 56“ wagte sich das ZDF 2016 an ein Familiendrama in der Zeit zwischen Kriegsende und Wirtschaftswunder. 2018 folgte die Fortsetzung „Ku’damm 59“. Mit bis zu 5,60 Millionen Zuschauern war der neue Dreiteiler ein voller Erfolg für den Mainzer Sender.
    Mit „Der Lehrer“ ist RTL das Kunststück gelungen, mit einer qualitativ hochwertigen Serie Zuschauer und Kritiker gleichermaßen zu überzeugen. Auch in der sechsten Staffel begeisterte die Serie durchschnittlich rund drei Millionen Zuschauer und holte satte 18 Prozent Marktanteil in der Zielgruppe.
    Im Herbst startete die ARD die neue Dienstagsserie „Die Heiland: Wir sind Anwalt“. Lisa Martinek verköpert in der Serie, die auf einem realen Vorbild basiert, die erste blinde Strafverteidigerin Deutschlands. Im Schnitt waren bei der sechsteiligen ersten Staffel 4,25 Millionen Zuschauer dabei, die für überdurchschnittliche 14,7 Prozent beim Gesamtpublikum sorgten.
    Wenn es eine Serie gibt, die den Titel ‚Dauerbrenner‘ verdient hat, dann „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“. Die RTL-Daily-Soap weist keinerlei Abnutzungserscheinungen auf – im Gegenteil: Mit Zielgruppen-Marktanteilen von mehr als 20 Prozent schlägt die Vorabendserie quotentechnisch nicht selten das Primetime-Angebot von RTL.
    Wenn das Seattle Grace Hospital öffnet, sind die Fans zur Stelle. 2018 konnte sich ProSieben wieder auf „Grey’s Anatomy“ verlassen, das sich auch in der mittlerweile 15. Staffel am Mittwochabend regelmäßig für zweistellige Marktanteile eignete.
    Als echte Überraschung entpuppte sich „Deception“. Die US-Crimeserie startete im Juli in Sat.1 mit einer Reichweite von 2,35 Millionen Zuschauern und überdurchschnittlichen Marktanteilen von 13,6 und 14,6 Prozent in der Zielgruppe. In den Folgewochen sanken die Quoten zwar, doch am meisten wird sich Sat.1 darüber ärgern, dass es nur eine Staffel von der Serie gibt.
    „Magda macht das schon!“ ist der bislang erfolgreichste Vertreter der RTL-Serienoffensive. Aus diesem Grund verlängerte der Sender die Comedy mit Verena Altenberger, noch bevor die zweite Staffel fertig ausgestrahlt wurde. Diese sahen durchschnittlich 2,55 Millionen Zuschauer.
    Die zweite Staffel der schrägen Krimi-Comedyserie mit Tom Beck in der Titelrolle in der Titelrolle schlug sich enttäuschender als gedacht, doch inhaltlich sticht „Einstein“ wohltuend heraus. Auch Sat.1 glaubt an den langfristigen Erfolg und bestellte eine noch umfangreichere dritte Staffel.
    Die neue Dramaserie „9–1–1“ fand auf ProSieben nach und nach ihre Zuschauer. Mit Zielgruppen-Marktanteilen zwischen 9 und 11 Prozent kann der Sender zufrieden sein – gerade angesichts zahlreicher zuvor gefloppter Serien am Mittwochabend.
    Einer der langlebigsten Dauerbrenner des ZDF ist „Der Alte“. Trotz zahlreicher Umbesetzungen im Team um Jan-Gregor Kremp erfreut sich die Krimiserie am Freitagabend nach wie vor großer Beliebtheit. Mehr als fünf Millionen Zuschauer sind keine Seltenheit.
    Leonard Lansinks Paraderolle als Georg Wilsberg ist für das ZDF Gold wert. Auch im 19. Jahr ist die Krimiserie „Wilsberg“ beliebter denn je. Die Folge vom 6. Januar 2018 stellte mit satten 8,3 Millionen Zuschauern einen neuen Allzeit-Rekord auf.
    Wenn man von Krimis spricht, darf natürlich der Klassiker schlechthin nicht fehlen: Der „Tatort“ blieb auch 2018 für viele Deutsche am Sonntagabend um 20.15 Uhr ein festes Wochenritual. Neue Quotenrekorde wurden zwar in diesem Jahr nicht erzielt, doch am beliebtesten sind nach wie vor die Münsteraner Ermittler Thiel und Boerne, deren Fall „Schlangengrube“ im Mai von zwölf Millionen Menschen gesehen wurde.
    Annette Frier schlüpfte für eine neue ZDF-Herzkinoreihe in die Rolle der „Ella Schön“. Bei den ersten beiden Teilen schalteten rund 5,20 Millionen Zuschauer ein, sodass schnell eine Fortsetzung beschlossen wurde.
    Gleich zwei neue „SOKO“-Ableger schickte das ZDF 2018 an den Start. Sowohl „SOKO Potsdam“ als auch „SOKO Hamburg“ konnten am Vorabend überzeugen und erreichten im Schnitt 3,4 Millionen Zuschauer.

    Auf der nächsten Seite geht es mit den Tops des Jahres aus dem Show- und Dokutainmentbereich weiter.

    26.12.2018, 09:00 Uhr – Glenn Riedmeier/cikm2013.org

    Über den Autor

    Glenn Riedmeier
    Glenn Riedmeier ist Jahrgang '85 und gehört zu der Generation, die in ihrer Kindheit am Wochenende früh aufgestanden ist, um stundenlang die Cartoonblöcke der Privatsender zu gucken. "Bim Bam Bino", "Vampy" und der "Li-La-Launebär" waren ständige Begleiter zwischen den "Schlümpfen", "Familie Feuerstein" und "Bugs Bunny". Die Leidenschaft für animierte Serien ist bis heute erhalten geblieben, zusätzlich begeistert er sich für Gameshows wie z.B. "Ruck Zuck" oder "Kaum zu glauben!". Auch für Realityshows wie den Klassiker "Big Brother" hat er eine Ader, doch am meisten schlägt sein Herz für Comedyformate wie "Die Harald Schmidt Show" und "PussyTerror TV", hält diesbezüglich aber auch die Augen in Österreich, Großbritannien und den Vereinigten Staaten offen. Im Serienbereich begeistern ihn Sitcomklassiker wie "Eine schrecklich nette Familie" und "Roseanne", aber auch schräge Mysteryserien wie "Twin Peaks" und "Orphan Black". Seit Anfang 2013 ist er bei cikm2013.org vorrangig für den nationalen Bereich zuständig und schreibt News und TV-Kritiken, führt Interviews und veröffentlicht Specials.

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