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Octopath Traveler im Test - Dieses JRPG hat der Switch noch gefehlt

Mit einem ungewöhnlichen Storyansatz und überraschend komplexen Kämpfen ist Octopath Traveler genau das Oldschool-JRPG, auf das Switch-Besitzer gewartet haben.

von Ann-Kathrin Kuhls,
17.07.2018 11:00 Uhr

Octopath Traveler sieht nicht nur bezaubernd aus, sondern hat auch in Sachen Gameplay so einiges auf dem Kasten.Octopath Traveler sieht nicht nur bezaubernd aus, sondern hat auch in Sachen Gameplay so einiges auf dem Kasten.

In Octopath Traveler schlüpfen wir in die Rolle der Tänzerin Primrose, die im Sumpf des organisierten Verbrechens von Orsterra nach den Mördern ihres Vaters sucht. Oder wir spielen den Dieb Therion, der durch einen fiesen Trick dazu gezwungen wird, drei sagenumwobene Edelsteine zu finden und zu stehlen. Oder den ehemaligen Ritter Olberic, der den sich für den Tod seines Königs verantwortlich fühlt und seine Ehre wiederherstellen möchte. Oder, oder, oder, oder, oder.

Octopath Traveler erzählt nicht nur eine Heldengeschichte, sondern gleich acht. Oder sogar zwölf, wenn wir die vier geheimen Heldenklassen (bzw. Laufbahnen) dazuzählen. Deswegen heißt das Spiel auch Octopath. Das hat nichts mit Tintenfischen zu tun, sondern mit den acht Pfaden, die wir mit den acht Figuren beschreiten können. Jeder davon glänzt mit klassischen JRPG-Tugenden, die Genrefreunde an die Ära von Chrono Trigger oder Final Fantasy 6 erinnern werden. Die innovative Erzählweise und das taktisch anspruchsvolle Kampfsystem machen aus Octopath aber weitaus mehr als nur eine Retro-Hommage.

Ein Spiel, acht Helden

Jede unserer acht Storys wird in Octopath Traveler in vier Kapiteln erzählt. Allerdings spielen wir nicht eine Heldengeschichte am Stück durch, sondern wechseln zwischen den Kapiteln von Figur zu Figur und sammeln dabei kampagnenübergreifend für alle (in der Party kämpfenden) Helden Erfahrungspunkte. Theoretisch können wir zwar stundenlang mit unserem Anfangshelden grinden, bis er stark genug fürs zweite Kapitel ist, deutlich mehr Spaß macht es jedoch, wenn wir uns erstmal den anderen Einstiegskapiteln widmen.

Die Welt von Orsterra ist groß. Die Geschichten der Figuren sind quer über den Kontinent verstreut. Die Welt von Orsterra ist groß. Die Geschichten der Figuren sind quer über den Kontinent verstreut.

Dabei bleibt unser erster Protagonist immer fest in unserer Party, genau wie derjenige, dessen Story wir gerade spielen. Nur Position 3 und 4 in unserer Gruppe können wir beliebig wechseln, um so weitere Helden fit genug fürs nächste Kapitel zu leveln. Klingt in der Theorie furchtbar kompliziert, erzeugt aber in der Praxis aber eine weitaus stärkere Bindung zu unseren Charakteren als in den meisten anderen JRPGs. Denn wir konsumieren jede Hintergrundstory nicht passiv in Zwischensequenzen oder Textfenstern, sondern erleben sie selbst.

Die einzelnen Handlungen selbst sind weitaus weniger kompliziert als die verschachtelte Kapitelstruktur. Meist geht es nicht um die Rettung der Welt, sondern um kleinere, aber sehr viel persönlichere Probleme. Primrose zum Beispiel opfert alles und jeden, um den Tod ihres Vaters zu rächen, dafür ist ihr Leben sonst jedoch erschreckend leer. Der Krieger Olberic hat nach dem Tod seines Königs nichts mehr, wofür es sich zu kämpfen lohnt. Beide müssen lernen, dass ihr Leben nicht nur aus einem, alles beherrschenden Problem besteht. Die anderen haben ebenfalls ihre ganz eigenen Dämonen.

Überraschend erfolgreich
Octopath Traveler ist fast überall ausverkauft

Und ganz eigene Fähigkeiten, die ebenfalls Einfluss auf die Geschichte haben. Zum Beispiel das Analysetalent des Gelehrten Cyrus, mit dem er Menschen einschätzen kann und wie ein Detektiv einen Diebstahl aufklärt, indem er Alibis vergleicht und Beweise sammelt. Oder die Klerikerin Ophelia, die ihre Führungsfähigkeit nutzt, um ein Kind zu überzeugen, ihr zurück zu dessen Mutter zu folgen. Das macht die einzelnen Abenteuer auch spielerisch abwechslungsreicher, als wir es von einem traditionellen JRPG erwartet hätten.

Geschichte für alle

Die innovative Erzählweise von Octopath Traveler hat allerdings nicht nur Vorteile. Wer von einem JRPG in erster Linie monumentale, Universen und Zeitalter umspannende Geschichten im Stil von Final Fantasy oder Dragon Quest erwartet, dürfte von den ebenso kurzen wie bodenständigen Einzelschicksalen eher enttäuscht werden.

Die Geschichte des Diebes Therion beginnt in einem Bergdorf.Die Geschichte des Diebes Therion beginnt in einem Bergdorf.

Uns haben die vielen kleinen Abschnitte aber eher bei der Stange gehalten als abgeschreckt. Zum einen halten sie uns neugierig, weil jede Geschichte anfangs nur angeschnitten wird. Zum anderen haben die Kapitel mit ein bis zwei Stunden die optimale Länge, um abends eine Runde zu spielen und mit einem Gefühl von Abschluss ins Bett zu gehen.

Weil die ersten Kapitel der Helden als Einführung der Spielmechaniken und der Figuren dienen müssen, ähneln sie sich stark in ihrer Grundstruktur. Aber schon in den zweiten Kapiteln wird das Story-Korsett gelockert, hier laufen die Geschichten bereits in Handlung und Mechaniken weiter auseinander.

Neben den jeweiligen Hauptstorys warten allerlei Nebenquests auf uns, die mit den Talenten der Figuren gelöst werden. Sie erfinden das Rad nicht neu, führen uns bisweilen aber in noch unbekannte Dungeons. Lassen wir die Nebenquests links liegen, sitzen wir übrigens um die 50 Stunden an Octopath Traveler. Kümmern wir uns hingegen um unsere Mitmenschen und bauen eventuell noch die versteckten vier Laufbahnen aus, sind wir locker bei 70 bis 80 Stunden.

Unterwegs finden wir nicht nur Schätze. sondern auch neue Aufgaben und versteckte Dungeons.Unterwegs finden wir nicht nur Schätze. sondern auch neue Aufgaben und versteckte Dungeons.

Und jetzt ist es Zeit für die große Frage: Wenn das Spiel schon von acht Pfaden handelt, treffen die Geschichten der Helden dann auch aufeinander? Nicht direkt. Zwar teilen sich die Figuren einige Orte, in den Stories selbst taucht aber immer nur die aktuelle Hauptfigur auf. Und auch die Handlungsfäden selbst sind nur äußerst lose miteinander verknüpft.

Insbesondere bei den jeweiligen Endkapiteln lässt Octopath viel erzählerisches Potenzial unausgeschöpft. Ganz am Ende wartet jedoch noch eine Überraschung, die wir hier zwar nicht spoilern wollen, die unserer Meinung nach aber die Geschicke der Helden zumindest ein bisschen zusammenführt.

Ganz wie früher … oder doch nicht?

Sobald wir unterwegs in einen Kampf geraten, fühlen sich JRPG-Fans wie zuhause, denn das Kampfsystem wirkt auf den ersten Blick wie aus Bravely Default übernommen. In rundenbasierten Schlachten kämpfen wir gegen immer stärkere Feinde und müssen dabei darauf achten, deren Schwächen auszunutzen. Statuswerte wie Geschwindigkeit, aber auch besondere Attacken bestimmen, wer zu welchem Zeitpunkt angreift - oder eine Runde aussetzen muss.

Letzteres können und müssen wir provozieren, indem wir gezielt die jeweiligen Schwachstellen der Monster attackieren, etwa mit dem Klassiker Feuerzauber gegen Pflanzenmonster. Damit brechen wir die Deckung unserer Feinde, was sie bewegungsunfähig und anfälliger für Schaden macht.

Haben wir die Deckung durchbrochen, wird uns das mit splitterndem Glas angezeigt. Haben wir die Deckung durchbrochen, wird uns das mit splitterndem Glas angezeigt.

Die Kämpfe in Octopath Traveler haben zusätzlich drei besondere Kniffe. Zum einen ist es möglich, sogenannte Boost-Punkte zu sammeln, mit denen wir doppelt, dreimal oder viermal so stark angreifen.

Zum anderen sehen wir die Gesundheitsbalken unserer Feinde nicht. Das führt dazu, dass wir nicht einschätzen können, wie lange wir im Kampf gegen Bossgegner noch durchhalten müssen. Lohnt es sich, unseren Damage Dealer ein paar Runden aussetzen zu lassen, damit er zu einem vernichtenden Schlag ausholen kann? Oder hat der Gegner eh nicht mehr viel Energie und lässt sich auch mit einem einfachen Messerstich in die Knie zwingen?

Und zuletzt müssen auch die besonderen Fähigkeiten unserer Figuren in Betracht gezogen werden. Primrose kontert beispielsweise in 50 Prozent der Fälle, wenn sie angegriffen wird, die Jägerin H'aanit haut mit der gleichen Wahrscheinlichkeit direkt doppelt zu.

Die Jägerin H'aanit ist quasi Pokémon-Trainerin. Im Kampf beschwört sie Bestien, die ihr beistehen.Die Jägerin H'aanit ist quasi Pokémon-Trainerin. Im Kampf beschwört sie Bestien, die ihr beistehen.

Die Mechaniken fühlen sich bekannt genug an, damit JRPG-Kenner sich direkt zurechtfinden. Gleichzeitig streut das Spiel aber auch genügend neue Elemente ein, um interessant zu bleiben. Zusammen mit den Bosskämpfen an sich, die gerne mal 15 bis 20 Minuten dauern können, gehört das Kampfsystem zum taktisch komplexesten und spannendsten, was Japan-Rollenspiele aktuell zu bieten haben.

Pixel treffen auf HD

Auch bei der Optik wählt Octopath Traveler seinen ganz eigenen Mittelweg aus alt und neu. Auf den ersten Blick erinnert der Retro-Pixel-Look ganz bewusst an JRPG-Klassiker wie Chrono Trigger oder Final Fantasy 6, überrascht aber gleichzeitig auch immer wieder mit modernen Grafikeffekten, was einen anfangs irritiert, aber nach kurzer Eingewöhnung wie aus einem Guss wirkt und eine enorm stimmungsvolle Atmosphäre erzeugt.

Und die ist in jeder Gegend anders. Schneewüsten wechseln sich mit tatsächlichen Wüsten ab, düstere Tropfsteinhöhlen verbinden freundliche Küstenstädte mit tiefen Wäldern. Die Mischung aus HD-Texturen und Pixeloptik sorgt für zusätzliche Details. Ein Schneesturm wirkt beispielsweise doppelt so schön, wenn im Schein unserer Laterne immer wieder Eiskristalle aufblitzen, und auch das Meer sieht so einladend aus, dass wir direkt einen Pixel-Zeh hineinstecken wollen.

Hier würden wir sofort baden gehen.Hier würden wir sofort baden gehen.

Bei allem Lob ist die Optik allerdings Geschmackssache. Nicht jeder mag knubbelige Minihelden, die durch eine bunte Pixelwelt marschieren. Wen die schon in Chrono Trigger genervt haben, für den werden es auch die HD-Texturen nicht rausreißen. Alle anderen fühlen sich aber wohlig an alte Klassiker erinnert.

Auch der Orchester-Soundtrack unterstützt die Nostalgie: Aufpeitschende Kampfmusik, individuell an die Orte angepasste Melodien und eine auf Wunsch japanische Sprachausgabe geben unseren Ohren alles, was sie von einem klassischen JRPG erwarten, allerdings ohne die teilweise schon überstrapazierten Retro-Chiptunes. Und so schafft Octopath Traveler auch hier das bemerkenswerte Kunststück, einerseits unsere Retroreize zu kitzeln, uns andererseits aber trotzdem immer wieder zu überraschen. Egal mit welchem Helden.

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