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Inhaltsverzeichnis

Modern Combat: Sandstorm im Test - Test für iPhone

Im Test zu Modern Combat: Sandstorm lest ihr, dass der iPhone-Shooter zeigt, wie 3D-Action auf Apples Handheld funktionieren kann.

von Thomas Ruhk,
22.09.2009 16:30 Uhr

In der Gunst westlicher Videospieler stehen Ego-Shooter nach wie vor ganz oben. Die dramatisch inszenierten Titel haben oftmals grafische, erzählerische oder steuerungstechnische Höhepunkte, verkommen bisweilen jedoch auch zu drögen Machwerken. Apples iPhone hat leider vor allem Shooter aus der zweiten Kategorie vorzuweisen, was zum allergrößten Teil an der Steuerung liegt. Nun tritt Entwickler Gameloft mit Modern Combat: Sandstorm in den Ring, um zu beweisen, das auch auf einem Handheld mit ausschließlicher Touchpadbedienung das rasante Genre Fuß fassen kann.

Modern Combat: Sandstorm verfrachtet den Spieler in den mittleren Osten. Die Geschichte um Terrorfürsten, gestohlene Atomwaffen und auf sich allein gestellte Amerikaner ist schon so oft erzählt worden, dass sich ein weiteres Vertiefen dieses Genrestandards hier nicht lohnen würde. Wichtig hingegen ist, dass ihr mit drei weiteren Soldaten in die Schlacht zieht, die nicht nur Staffage sind, sondern aktiv mitarbeiten und teilweise auch in geskripteten Ereignissen in Bedrängnis geraten.

Modern Combat: Sandstorm umfasst zehn Missionen mit variabler Aufgabenstellung: Mal sitzt ihr mit einem Jeep und feuert aus der Bordkanone, schützt eure Einheit mit dem Scharfschützengewehr, sprengt Funktürme, verteidigt einen von allen Seiten bestürmten Palast oder sucht radioaktive Behälter. Für die Bewältigung dieser Einsätze stehen euch neben Granaten maximal zwei Waffen zur Verfügung. Für Anfänger hat Gameloft eine Zielhilfe implementiert – Shooterprofis deaktivieren diese sofort und stürzen sich ohne Unterstützung in den Kampf. Mit dem einstellbaren Schwierigkeitsgrad erfahren auch Veteranen genügend Herausforderung.

Denn das Wichtigste ist den Entwicklern erfreulich gut gelungen: Die Steuerung. Drei Varianten stehen zur Auswahl. Ducken, Gewehr anlegen, Granatwurf, Nachladen und der Waffenwechsel sind bei allen drei Optionen als Button in den Bildschirmecken angeordnet. Nahkampfaktionen und Interaktion mit Levelinventar werden über einen Kontextbutton ausgelöst. Die Unterschiede beziehen sich auf die Bewegung eures Charakters. Einmal könnt ihr mit zwei links und rechts eingeblendeten Joysticks wie mit einem modernen Konsolenpad spielen, was sich in der Praxis als zu träge und nicht griffig genug erweist.

Eine andere Variante blendet nur links einen Stick für die Bewegung ein, das Umsehen geschieht mittels Fingerstrichen auf dem Bildschirm. Der Feuerknopf wird als großes X eingeblendet. Das X wandert unter eurem Daumen mit, wenn ihr in einen Schusswechsel geratet und die Waffe schwenken müsst. Löst ihr den Daumen wieder vom Screen, kehrt das X auf seinen Ausgangspunkt zurück.

Die letzte Variante zeigte sich im Test als Beste und zugleich richtungsweisend für Ego-Shooter auf dem iPhone. Hier wird kein Stick und auch kein Feuerbutton eingeblendet. Stattdessen ist der Touchscreen in zwei ungleiche Hälften geteilt. Auf der linken, kleineren Hälfte, bewegt ihr den Charakter, mit der rechten, größeren Hälfte seht ihr euch um und ändert die Richtung. Durch diese Lösung kommt es nicht wie bei anderen iPhone-Shootern zu plötzlichen Bewegungsstopps, da es hier keinen virtuellen Stick gibt, dessen Eingabefeld ungewollt verlassen wird. Nur Feuern verlangt Konzentration, denn dafür müsst ihr einen schnellen Doppeltap ausführen. Nach wenigen Minuten hat man sich daran gewöhnt, dennoch löst sich manchmal unabsichtlich ein Feuerstoß. Insgesamt ist diese Variante die Intuitivste.

Neben der Steuerung geizt Modern Combat: Sandstorm auch nicht mit optischen und akustischen Höhepunkten. Das gesamte Spiel ist in englischer Sprache vertont. Ständig empfangt ihr Funksprüche sowie Kommandos und hört das Fluchen des Gegners. Die Waffen lassen krachende Soundeffekte hören, die sogar ohne Kopfhörer erstaunlich druckvoll klingen. Der Soundtrack mit viel Orchesterbombast rundet das Spiel passend ab. Gegen Ende wird bisweilen sogar Chorgesang eingemischt. Ein kleiner Negativpunkt bei der Geräuschkulisse ist das hektische Atmen des Protagonisten, wenn er verletzt wird. Dieses Hecheln klingt etwas übermotiviert.

Grafisch überzeugt der Titel ebenfalls. Sauber texturierte Wände, Partikeleffekte bei Granatexplosionen, kleine Staubwölkchen im Stakkatofeuer und heftige Blutfontänen in den Snipereinlagen ergeben ein stimmiges Kriegsinferno. Wenn ihr über Kimme und Korn zielt, wird durch einen schönen Effekt die Waffe leicht unscharf. Geratet ihr in den Sprengkreis einer Granate, hört ihr ein Pfeifen aus dem iPhone, und für einige Sekunden läuft das Spiel in Zeitlupe weiter. Bei all der Action kommt es nur ganz selten zu kurzen Rucklern und Clippingfehlern. Eine der Nachladeanimationen flimmert ein wenig. Am schwächsten ist sicherlich die KI der Gegner zu bewerten. In den Szenen, in welchen ihr hinter einem wuchtigen MG sitzt, laufen euch die Terroristen in Scharen vor das Rohr. Modern Combat: Sandstorm ist somit eine Temposchießbude, die euch wenig Zeit zum Atmen lässt. Dazu kommt ein dezenter Munitionsmangel, der in einigen Abschnitten den Puls in gefährliche Höhen jagt und euch in den Nahkampf zwingt.

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